HAMLET-MACHINE

photo Annabel Vergne
von Heiner Müller / Inszenierung Clyde Chabot
Dritte Arbeitsphase
Als eine neue Lesart des Hamlet von Shakespeare, setzt der Text von Heiner Müller
in einem historischen Kontext an, in dem sich das Scheitern des Traums von der
Revolution und des Kommunismus abzeichnet. Hamlet und Ophelia sind in unsere
eiskalte Gesellschaft des Handels und der Medien geworfen, ohne Fluchtpunkte,
ohne Utopie. Hamlet ist hier das Abbild eines Seins, das in der Unmöglichkeit,
zu handeln, es selbst zu sein, versucht, sich auszulöschen. Jede kollektive
Erfahrung zurückweisend, zieht er sich vor den Bildschirmen ins Innere
seines eigenen Körpers zurück, mit dem Ziel, eine Maschine zu werden,
die keinen Schmerz und kein Denken kennt.
In
der Inszenierung von Clyde Chabot, die Zuschauer sind eingeladen, auf einem
Computer zu schreiben, der an eine Projektionsfläche angeschlossen ist,
Teile einer mitgebrachten CD abzuspielen und eine Kamera zu bedienen, die ebenfalls
an eine Projektionsfläche gekoppelt ist - sie greifen direkt in die bestehende
künstlerische Arbeit ein, die den Rahmen dieses Experiments bildet. Die
Inszenierung unterstreicht die extreme Dichte des Textes, dessen Bedeutung sich
je nach dem literarischen, musikalischen oder visuellen Kontext, in den die
Zuschauer ihn stellen, ständig wieder neu ergibt.
Die Inszenierung hinterfragt gleichzeitig die konkrete und sensible Möglichkeit,
eine kurzlebige Gemeinschaft zu bilden.
Hamlet-Maschine stellt die Bewegung einer immer währenden Suche dar. Das Projekt entwickelt und multipliziert sich mit der Zeit und deckt mehrere Realitätsebenen ab. Auch wenn das Verhältnis zum Zuschauer und die Verbindung zum Text von Heiner Müller im Mittelpunkt des Projektes stehen, werden die Eingriffe durch die Inszenierung zu jedem Entstehungsschritt radikal hinterfragt.
Inszenierung : Clyde Chabot, Assistentin : Séverine Batier, Raum : Annabel
Vergne, Licht : Pierre Zach, Choreographie : Marika Rizzi
Mit Yann Allegret et Anne Sophie Juvénal (Schauschpiel), Cyril Alata
(Musik und Ton) Eric Angels (video),
Videomaterial : Sophie Laly / Eric Angels / Muriel Habrard
Fotographie : Annabel Vergne, Hervé Bellamy
Konzeption internetauftritt : Agnès De Cayeux und Olivier Chauvin (not
to be)
Eine
Produktion von :
La Communauté inavouable, Le Hublot - Colombes, EPOPEA Cité des
arts de la représentation - Pierrefonds, La Gare Mondiale (Lieu de recherche
et de confrontation théâtrale) - Bergerac, Le Forum Culturel de
Blanc Mesnil. Avec le concours du Ministère de la Culture et de la Communication
(DICREAM et DRAC Ile de France) et de l'ADAMI.
kontakt
: 0033.6. 60. 45. 17. 17.
http: www.inavouable.net
A G E N D A
>>>
vom 23. bis 25. Mai 2003 : INSTALLATION HAMLET-MACHINE,
FESTIVAL GRENZWERT > A LA LIMITE, THEATER FREIBURG (DEUTSCHLAND)
Information : 0049. 761. 201. 29. 50. / A.la.limite@web.de
>>> März 2004 : HAMLET-MACHINE, Dritte Arbeitsphase,
FORUM CULTUREL DE BLANC MESNIL (FRANKREICH)
Information : 0033. 1. 48. 14. 22. 33.

photos Annabel Vergne
µ
photos Hervé Bellamy